Dirk Kueppers Applewelt

www.dirkkuepper.de

Schlagwort-Archiv: Datensammelwut

 Der Connector (Beta) Teil 2 – Erschütterung der Macht

Gedächtnisprotokoll. Heute war ich bei der KZV Westfalen Lippe und konnte endlich mal einen Blick auf den ominösen Connector werfen, der ab 1.7.2018 in jeder Praxis Pflicht sein soll. Die gute Nachricht vorne weg: Der Connector und das Kartenlesegerät werden Netzwerkgeräte – Also kein Ärger mehr mit dem USB Krampf. So wie jeder Computer oder Drucker auch. Die Kehrseite der Münze: Nicht jeder in Deutschland darf derzeit den Connector anbieten. Momentan ist das nur die CompuGroup (Eine Erschütterung der Macht ich spüre!) und die KZV Westfalen Lippe. Die Telekom scheidet, so wie es momentan aussieht, aus dem Testverfahren aus. Gründe sind dafür keine bekannt. Die Testphase ist bei der KZV Westfalen Lippe Ende Juni 2017 beendet. Gesammelt werden im ersten Schritt Patientenstammdaten in einer zentralen Wolke bei der Gematik. Name, Vorname, Anschrift usw. Weitere Daten kommen ggfs. erst später hinzu. Auch die digitale Unterschrift der Praxis wird zentral auf einer Chipkarte gespeichert die im Praxisbetrieb zwingend eingelegt sein muss. Alle alten Kartenlesegeräte sind übrigens dann Elektronikschrott und können nicht mehr verwendet werden. Die Praxiskarte wird dann mit dem Kartenlesegerät, dem Connector und einem Computer zwangsverheiratet. Man sollte die Karte also tunlichst nicht vergessen! Die Karte sollte außerhalb der Praxisöffnungszeiten an einem sicheren Ort aufbewahrt werden, da man sich mit dieser Karte und einer 8 stelligen PIN am „System“ morgens anmeldet und Abends wieder abmeldet. Geht eines der Geräte kaputt muss man einen schnellen Service haben, der das Austauschgerät vor Ort ersetzt. Der Connector hat ein Linux Betriebsystem mit dem sich die wenigsten Zahnärzte oder deren Angestellte auskennen dürften. Das bietet die KZV Westfalen Lippe als Service an, schnell zu reagieren und zu unterstützen. Sehr vorbildlich wie ich persönlich finde! Ein weiterer Anbieter hat am 5.5.2017 den Zuschlag erhalten. Siehe Pressemitteilung der DZW http://dzw.de/artikel/gematik-erteilt-zuschlag-fuer-weiteren-konnektor

Wie das bei anderen KZV Einrichtungen aussieht kann momentan noch keiner sagen. (Mit dem Zaunpfahl wink). Die Einrichtung macht die Praxis keinesfalls selber. Das dürfen nur bestimmte Menschen. Ein Schelm wer Böses dabei denkt. In der ZM Nr.9 vom 1.5.2017 auf Seite 88 ist der Grundsatzfinanzierungsvereinbarung jedoch abgedruckt. Eine schnelle Internetleitung ist zwingend empfohlen. 6000 DSL ist da gerade noch so akzeptabel. Es können an der kleinsten Konfiguration des Connectors bis zu 12 Kartenlesegeräte betrieben werden. Hier muss man jedoch einen schnelleren Upload ins Internet haben, damit eine akzeptable Verarbeitungsgeschwindigkeit zur Verfügung steht. Geplant ist der Start wie schon oben geschrieben am 1.7.2018. Wer nicht mitmachen möchte, wird sanft dazu bewegt mit einem Prozent Brutto Umsatzabzug doch noch mit zu machen. Schade, wieder hat ein Großteil von Desinteresse der Zahnärzteschaft gereicht, um ein wahnsinniges Datensammelsystem durch den Staat installieren zu lassen. Denn eines ist sicher: Der Tod und es wird nicht bei den einfachen Stammdaten bleiben. Berlin hat ebenfalls mal wieder keine Ahnung was da abgeht und was sie da entschieden haben. Wie oben geschrieben: Alles noch Beta. Aber wahrscheinlich nicht mehr lange. 1984 richtet freundliche Grüße aus. Die DDR war eine Kindergartenkrabbelgruppe mit ihren Überwachungsmechanismen dagegen. Das ist eine Big Data Anwendung wie man sie nicht besser machen kann. Update 04.05.2017 9.06 Uhr (Anmerkung Dirk Küpper): Wie ich gerade per eMail erfahren habe, haben sich einige Zahnärzte seit Anfang der neunziger Jahre tatsächlich versucht dagegen zu wehren. Diese Zahnärzte schliesse ich von meiner persönlichen Meinung des Großteils von Desinteresse an dieser Stelle aus. Update 2: Es gab am gestrigen Tag eine News die ich von unterwegs nicht mitbekommen habe: http://www.zm-online.de/home/nachricht/Telematik-Auch-Aerzte-haben-sich-geeinigt_401502.html Immerhin gibt es finanzielle Beihilfe, das ist zwar wenig, aber besser als nichts. Grundsätzlich wäre es aber mal an der Zeit deutschlandweit die Gesetzvorgaben von allen Beteiligten (Ärzte und Patienten) in einen Boykott umzuwandeln. Update 05.05.2017 14:34 Uhr: Auch die Firma Solutio ist dabei Charly anzupassen. Ein Umstieg auf eine andere PVS ist daher nicht erforderlich.

%d Bloggern gefällt das: